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Gesundheit & Förderung

Gesundheit & Förderung

Definition [aus dem Betriebl. Gesundheitsmanagement, Autor: Bernhard Badura]

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist eine umfassende Handlungsstrategie auf den Ebenen Mensch – Organisation – Arbeit. Sie wird auf mehreren Analyse- und Gestaltungsebenen behandelt. Strategisch und methodisch zielt Sie darauf ab, Gesundheitsressourcen im Unternehmen aufzubauen. Relevant ist hierbei aus methodischer Hinsicht, die Anwendung wesentlicher Prinzipien der Gesundheitsförderung – wie u.a. das Prinzip der Salutogenese[1] von Aaron Antonovsky (1923–1994), der israelisch-amerikanische Medizinsoziologe – auf das Gestaltungsfeld “Betrieb”. Im europäischen Raum spielt definitorisch und gesundheitspolitisch die Luxemburger Deklaration[2] (2007) eine wesentliche Rolle. Im Themenkreis der Vereinbarkeit von Privatleben, Familie und Beruf und Work-Life-Balance ist die betriebliche Gesundheitsförderung von wachsender Bedeutung.

Geschichte BHC im BGM: Das Berufsbild des Business Health Coach steckt noch in den Kinderschuhen. Es hat sich erst in den letzten Jahren aus der Entwicklung des Arbeitsschutzgesetzes herauskristallisiert. Die Veränderung im Beruf, in der Wirtschaft und als auch die Globalisierung fordern neue Sichtweisen und Methoden für die Gesundheit im Berufs- und Privatleben. Der Beginn des Wandels ist auf das Ende der sechziger Jahre zurückzuführen. Es wurde die Anpassung der Arbeit an den Menschen gefordert und der Begriff der “Humanisierung des Arbeitslebens” geprägt. Dies brachte für den Arbeitsschutz neue Impulse. Die Erkenntnis, dass Prävention das bedeutende Leitziel moderner Sozialpolitik ist, führte zu verstärkten Aktivitäten bei Bund, Ländern, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und in den Selbstverwaltungsorganen der gewerblichen Berufsgenossenschaften.

Im Dezember 1973 trat das Arbeitssicherheitsgesetz in Kraft. Von diesem Zeitpunkt an waren die Betriebe verpflichtet, Betriebsärzte und Sicherheitsfachkräfte zu bestellen und einen Arbeitsschutzausschuss einzurichten.

 

Kranken- und Unfallversicherung

Die Zusammenarbeit zwischen Kranken- und Unfallversicherung war nicht immer selbstverständlich. Sie wurde erstmals mit dem Gesundheitsreformgesetz von 1989 bei der Ermittlung und Bekämpfung multifaktorieller arbeitsbedingter Gesundheitsrisiken gesetzlich gefordert. Die grundlegenden Strukturen und das nötige Vertrauen dafür mussten in den 1990er Jahren erst aufgebaut werden.

Die Spitzenverbände der gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherung haben zur Institutionalisierung ihrer Zusammenarbeit den Arbeitskreis “Prävention in der Arbeitswelt” ins Leben gerufen. Seit der Zeit hat sich die betriebliche Gesundheitsförderung in vielen, vor allem großen Betrieben, wie z.B. Finanzen, Logistik, Telekommunikation, Industrie, Kreditgewerbe und Produktion etabliert. Allerdings war und ist Coaching nur in den Führungspositionen durchgeführt worden, als Maßnahme für den effektiven Erfolg in der Wirtschaft. Gesundheitsfördernder Arbeitsschutz und Bewegung als Methode, waren meist nur für schon vorhandene Probleme durchgeführt worden. Hierzu zählten Rückenschule und Ernährungsseminare. Die Prävention am Arbeitsplatz steht noch in den Kinderschuhen und wird erst langsam in den Köpfen der Menschen als große Notwendigkeit bewusst.

Durch die Veränderungen in der  Wirtschaft in den letzten 10 – 20 Jahren wurden die Notwenigkeit und der Nutzen des BGM erkannt.

 

Der berufliche Hintergrund eines Business Health Coach 

Berufsbild und seine Schwerpunkte

Die meisten Beschäftigten des allgemeinen BGM haben ein abgeschlossenes Studium mit gesundheits-, sozial- oder sportwissenschaftlichem Schwerpunkt, Gesundheitswissenschaften, Psychologie (Arbeits- und Organisations-Psychologen/Gesundheitspsychologie) oder Pädagogik (Erwachsenenpädagogik/ Gesundheitspädagogik) Es gibt auch Beschäftigte mit einer anderweitigen Ausbildung bzw. langjährigen praktischen Erfahrungen mit vergleichbaren Themenschwerpunkten. (z. B. Personalführungskräfte)

 

Es gibt drei Hauptbereiche im betrieblichen Gesundheitsmanagement

  1. Gesundheit und Arbeitsschutz

(z.B. Arbeitsmediziner, Betriebsmediziner, Psychotherapie, Manuelle Medizin/Chiropraktiker, Sportwissenschaftler, Gesundheitswissenschaftler)

  1. Sicherheit und Arbeitsschutz

(z.B. Brandschutzbeauftragte, Gefahrgutbeauftragte, Immissionsschutzbeauftragte, Laserschutzbeauftragte, Dipl. Physiker, Dipl. Biologen, Dipl. Chemiker)

  1. Erfolgsfaktor Personal

(z. B. Systemische Beratung / Therapie, Systemische Organisationsberatung, Mediation, Krisenintervention, Suchtberatung, Moderation)

 

Gefährdungsbeurteilung

„Durch das neue Arbeitsschutzgesetzes (1996) sind Arbeitgeber verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Heutige Arbeitswelten haben andere Gefährdungen als früher. Die Arbeitswelt befindet sich in einem stetigen Wandel. Zusätzlich stehen die Arbeitenden unter zunehmendem Erfolgsdruck. Früher standen vornehmlich physikalisch-technische Probleme im Vordergrund. Heute wirken sich hoher Termindruck, Stress, ständige Erreichbarkeit, Konkurrenz in immer stärkerem Maße auf die Mitarbeiter aus. Folgen der zu hohen Belastungen können zu einer reduzierten Leistungsfähigkeit und zu Krankheiten, wie z. B. Bluthochdruck, Rücken-, Schulter- und Nacken-schmerzen, sowie Depressionen (BURN OUT) führen. Auf diese Auswirkungen haben die Krankenkassen in ihren Berichten und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in ihrem aktuellen Stressreport 2012 hingewiesen. Diese wirken sich auf die wirtschaftliche Produktivität und den Markterfolg der Unternehmen aus.“[3]

[1]  [Der salutogenetische Ansatz bezieht sich ganz im Gegensatz zur Pathogenese nicht mit der Frage „Warum wird der Mensch krank“ sondern eben mit der Fragestellung: „Was hält ihn gesund“ Gerade am Anfang seiner Forschung stand Antonovsky in der akademischen Welt mit seinem Ansatz ziemlich alleine da, ist sein Ansatz doch völlig kontrovers zur klassischen Medizin zu betrachten. Doch Antonovsky bzw. die Salutogenese schließt die Pathogenese grundsätzlich nicht aus, sondern bedient sich ihr genauso als Ressource für die Gesundheit.]

[2]  „Gesunde, motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter sind sowohl in sozialer wie ökonomischer Hinsicht Voraussetzung für den zukünftigen Erfolg der Europäischen Union. Der zuständige Dienst der Europäischen Kommission hat daher eine Initiative zum Aufbau eines Europäischen Netzwerkes für BGF unterstützt. Ziel des Netzwerkes ist es, auf der Basis eines kontinuierlichen Erfahrungsaustausches, nachahmenswerte Praxisbeispiele zur BGF zu identifizieren und zu verbreiten.“ Auszug aus Luxemburger Deklaration (In der Fassung von Januar 2007)

[3] Recherche des Punktes 1 mit all seinen Unterpunkten haben ich aus den Bücher:

  1. Betriebl. Gesundheitsförderung, Ausgangspunkte – Widerstand – Wirkung, Autor: Detlef Kuhn & Dieter Sommer, Jahr: 2004
  2. Betriebl. Gesundheitsmanagement & Autogenes, Ressourcen erfolgreich nutzen und aufbauen. Autor: Linda Lasshofer, Jahr: 2006 und C. BGM voranbringen-Praxistipps für betriebliches Gesundheitsmanagement, Autor: Anne Katrin Matyssek, Jahr: 2013

Iga, Initiative Gesundheit & Arbeit www.iga-info.de

Susann U.K. Roge

Susann U.K. Roge

Susann Roge ist Inhaberin und Autorin bei Roge-Coaching. Sie ist Gesundheits- und Mentaltrainerin sowie ausgebildete Dipl.-Ingenieurin.
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Susann Roge ist Inhaberin und Autorin bei Roge-Coaching. Sie ist Gesundheits- und Mentaltrainerin sowie ausgebildete Dipl.-Ingenieurin.

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